Das Zweite Vatikanische Konzil

Posted by andrea
30. März 2009 - 21:16

Stefan Silber hat eine empfehlenswerte, informative Präsentation zum Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 - 1965) erstellt. Er zitiert den Konzilstheologen Karl Rahner: "Der Anfang eines Anfangs", die Wende der katholischen Kirche hin zum Menschen und zur heutigen Welt. Umso bedenklicher ist es, dass die Inhalte des Zweiten Vatikanischen Konzils heute immer wieder in Frage gestellt werden. Die Debatte um die Piusbruderschaft ist ja noch nicht einmal beendet. Es gibt darum eine (auch von mir schon unterschriebene) Petition, die die uneingeschränkte Anerkennung des Konzils einfordert. Die umfangreichen Dokumente des Konzils sind beim Vatikan im Volltext abrufbar.

Impressionen von "Wir zahlen nicht für eure Krise" 28. März 2009

Posted by andrea
29. März 2009 - 13:07

Das Web ist schon nett. Auch für jene, die es nicht live erlebt haben, so wie ich, lässt sich das Feeling der Demonstration "Wir zahlen nicht für eure Krise" nachvollziehen. Hier einige ausgewählte Fotos, die mir besonders gut gefallen - von kellerabteil (der auch noch einen sehr feinen Text über die Industriellenvereinigung geschreiben hat) und http://rsy.akis.at/gallerie_krise/index.php. Wer Videos will, kann den Livestream von Attac hier anschauen. Danke!

Inhaltlich besonders bedenkenswert finde ich die Stellungnahme der Werkstatt Frieden und Solidarität.

Blog-Süchtig?

Posted by andrea
28. März 2009 - 12:52

67%How Addicted to Blogging Are You?

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Ich bin zu 67% süchtig nach dem Bloggen. Das ist das Ergebnis eines Fragebogens (via basicthinking). Sollte das Anlass sein, mein Online-Verhalten zu überdenken? Jedenfalls mache ich manchmal ganz gerne solche Tests, aber genausowenig wie Horoskope in den Zeitungen nehme ich diese wirklich ernst.

Unsichtbare Obdachlose?

Posted by andrea
23. März 2009 - 19:35

Eine wirklich gute Aktion in Düsseldorf: Eine Kamera filmt den Hintergrund des Obdachlosen Lutz, während ein Projektor das Bild auf seine Vorderseite wirft. Zu sehen ist ein dann ein unsichtbarer Obdachloser, der die Düsseldorfer Strassenzeitung verkauft. Das kennen wir doch?
Via hufeisen und Spreeblick.

Ich kaufe mir fast immer die Linzer Kupfermuckn, die aktuell die 100. Ausgabe feiert. Besser gefällt mir aber der Augustin aus Wien, der inhaltich einfach mehr zu bieten hat.

Demonstration "Wir zahlen nicht für eure Krise"

Posted by andrea
21. März 2009 - 11:55

Am 28. März 2009 finden international Demonstrationen statt. Aus der Ankündigung:

Die schwerste Krise des Kapitalismus seit 1929 betrifft uns alle: massiver Anstieg der Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit, verlorene Häuser und Geldanlagen, teure Energie und Lebensmittel. Weltweit verlieren Menschen ihre Existenzgrundlagen und Lebensperspektiven. Die Regierungen, die die Krise durch die Entfesselung der Finanzmärkte wesentlich zu verantworten haben, retten jedoch vorrangig die Banken und die Reichen mit unseren Steuergeldern. Dagegen wehren wir uns!

Obenstehendes Video lädt zu den Demos in Deutschland ein. Ich zeige es hier, weil die angesprochenen Inhalte genauso gut für Östereich stehen, wo in Wien, Salzburg, Innsbruck und Graz der Aktionstag und die Demonstration stattfinden. Diese unterstützen aktuell 186 Organisationen.

Ja, das gibts: Umziehen per Fahrrad

Posted by andrea
17. März 2009 - 13:08

Über den Newsletter der Aktion Autofasten bin ich auf darauf aufmerksam geworden, dass eine fünfköpfige Wiener Familie ihren Umzug mit Fahrrädern organisiert hat. Ich wäre bisher nicht einmal auf die Idee gekommen, dass das geht - die Bilder auf der Website zeigen aber, es ist möglich. Brauchen tut es dazu viele HelferInnen und viele kreative Fahrzeuge. Sehenswert! Ob es auch nachahmenswert ist, sei aber dahingestellt. Da ich sowieso nicht umziehen will, muss ich das wohl auch nicht entscheiden. Im Alltag mache ich die Erfahrung, dass das Fahrrad für fast alle Erledigungen das passende Gefährt ist. Da reicht schon ein Körberl, es braucht nicht mal so tolle Christianabikes. Aber haben würde ich so eines schon gerne mal.

Geheime nachträgliche Weihnachtsgeschenke

Posted by andrea
16. März 2009 - 13:33


Foto: creativecommons

Zufällig stolpere ich beim weihnachtlichen Websurfen über einen Blogeintrag – und kann es erst gar nicht glauben: Weihnachten und Ostern zugleich für die Freie Szene? Ein radikaler Kurswechsel in der Linzer Kulturpolitik? Die Stadt Linz fördert ab 1.1.2009 Werke, die unter freien Lizenzen lizensiert sind, mit zusätzlichen 10% und will auch vermehrt freie Software in der Verwaltung nutzen. Es gibt eigene Förderrichtlinien dafür und der einzige Wermutstropfen ist, dass KünstlerInnen, die bereits Mitglied einer Verwertungsgesellschaft wie der AKM oder Austro Mechana sind, von dieser Förderung ausgeschlossen sind, was aber auch nicht an der Stadt Linz, sondern an der rückwärtsgerichteten Politik der Verwertungsgesellschaften liegt. Freie Lizenzen wie die Creative Commons bieten Autor_innen die Möglichkeit, der Öffentlichkeit Nutzungsrechte an ihren Werken, wie zum Beispiel Texten, Bildern, Musikstücken usw., einzuräumen – ähnlich wie bei Freier Software, aber eben nicht nur auf Software beschränkt. Für KünstlerInnen und andere Kulturschaffende ist das besonders interessant, weil damit ein freier Umgang mit „kreativen“ Inhalten unterstützt wird – denn Kunst und Kultur entsteht nie im luftleeren Raum, sondern nimmt - oftmals unvermeidlich - Anleihen an schon da Gewesenen*. Ohne eine Statistik bei Hand zu haben, möchte ich zu behaupten, dass diese Fördermöglichkeit besonders für Aktivist_innen aus der Freien Szene von Interesse ist, weil sich hier eine Arbeitsweise der Kultur des Teilens entwickelt hat, die Voraussetzung ist für die Nutzung freie Lizenzen.

Die Hölle von Winnenden

Posted by andrea
15. März 2009 - 20:44

Eigentlich wollte ich ja gar nicht zum Amoklauf in Winnenden bloggen, weil darüber sowieso schon soviel gesagt und geschrieben wird: Zutreffendes wie Meldungen, die voll daneben sind, Nachdenklich-Trauriges wie Sensationsgieriges.

Doch gestern habe ich einen Besinnungsnachmittag für die Katholische Frauenbewegung in der Pfarre Pregarten begleitet. Da haben wir auch über den Amoklauf in Winnenden gesprochen, doch aus einer anderen Perspektive. Beim Thema Gottesbilder tauchte auch das Stichwort "Hölle" auf - ein theologischer Begriff der immer wieder im Kontext eines bedrohlichen, strafenden, allmächtigen Gottesbildes genannt wird. In der Theologie nach dem II.Vatikanischen Konzil ist dieser Begriff in den Hintergrund getreten - weil nun erfreulicher- und notwendigerweise der gute, mitgehende Gott, die liebende Mutter, im Mittelpunkt steht. Das ist auch gut so, denn wir brauchen keinen Gott, keine Göttin, der oder die als allmächtiges Bedrohungsszenario über den Menschen drübersteht.

Und doch meine ich - und das ist mir gestern im Gespräch nocheinmal ganz deutlich geworden - brauchen wir so einen theologischen Begriff wie "Hölle": Genau um das zu beschreiben, was in einem Menschen vorgeht, was da alles in diesem kurzem Leben passiert sein muß, dass Tim K. in eine Schule stürmt, acht Schülerinnen und einen Schüler erschießt, sieben weitere Schülerinnen krankenhausreif verletzt und anschließend sich selbst nach einem Feuergefecht mit der Polizei das Leben nimmt. "Hölle" steht für Gottesferne und Beziehungslosigkeit. Ich wüsste nicht, wie sich die Situation von Tim K. und der betroffenen Menschen in Winnenden besser beschreiben liese als mit dem Begriff "Hölle".

Weils einfach so nett ist ....

Posted by andrea
15. März 2009 - 2:06

... muss ich hier dieses Foto zeigen (via kniepuder und hairinmy). Vielleicht ist es auch nur eine Werbung für diesen Schlapfen (für die Deutschen: Hausschuh), aber das ist doch eine geniale Idee ein Bergdorf, einen Kraken im Wasser und einen Schuh in dieser Weise zu verbinden. Vielleicht für diejenigen, die nicht wissen, ob sie im Urlaub lieber in die Berge oder ans Meer fahren wollen.

Rechte fallen nicht vom Himmel

Posted by andrea
11. März 2009 - 14:44

Die rechtsradikale „Nationale Volkspartei“ (NVP) ruft unter dem Motto „frei-sozial-national: gegen Globalisierung und Kapital“ zu einer Kundgebung in Linz auf - am 1.Mai. Dagegen hat sich eine Plattform aus Kulturorganisationen, politischen Gruppen und Einzelpersonen gebildet, die die Stadt Linz auffordert, dieses öffentliche Auftreten der Rechten zu verhindern. Diese Plattform, an der sich auch die KUPF – Kulturplattform Oberösterreich beteiligt, ist notwendig und leider ist dieses neuerliche massive Auftreten der Rechten auch kein Einzelfall. In Braunau hat die rechte Szene für den 18. April 2009 – zeitnahe zu Hitlers Geburtstag - eine Kundgebung angekündigt. Auch hier gibt es bereits eine Gegenbewegung. Österreichweit kennen wir genug Beispiele, die dafür stehen, dass rechtes Gedankengut wieder salonfähig ist, wieder mehr in die gesellschaftliche Mitte rückt. So können Mitarbeiter des dritten Nationalratspräsidenten „Nazidreck“ bestellen, ein Kärtner Landeshauptmann öffentlich Witze über Menschen anderer Hautfarbe machen und österreichweit blüht der Devotionalienhandel* mit Jörg Haider-Souvernirs – und wirklich passieren tut nichts außer ein paar medialen Aufregern, obwohl eigentlich klar sein müsste, dass Demokratie auch impliziert, sie vor jenen zu schützen, die sie in Frage stellen.

Zum internationalen Frauentag

Posted by andrea
8. März 2009 - 17:11

Foto: udronotto

10% mehr arbeiten fürs gleiche Geld?

Posted by andrea
6. März 2009 - 20:01

Die österreichische Bildungsministerin Schmied fordert von den Lehrer_innen 10% mehr zu arbeiten - fürs gleiche Geld. Denn unser Staat muss jetzt sparen wegen der Wirtschaftskrise - und das nach SPÖVP nicht bei Bank- und BörsemanagerInnen, die die Krise verursacht haben, sondern bei den ganz normalen Menschen. Ich möchte darauf wetten, dass die aktuelle Debatte um die Lehrer_innen nur der Anfang ist.
An der Bildung zu sparen, heisst an der Zukunft zu sparen. Schlechtere Arbeitsbedingungen für die ohnehin schon belasteten Lehrer_innen gehen ganz sicher auf Kosten der Schüler_innen. Selbst habe ich im Rahmen meines Schulpraktikums einen kleinen Einblick in die Arbeit der Lehrer_innen bekommen - und war einerseits positiv von der Qualität des Unterrichts überrascht, andererseits aber auch schockiert, wie stressig so ein Vormittag ohne Pause und mit ständigem Lärmpegel ist. Bei Franz Kuehmayer findet sich eine gute Liste, was sich wirklich ändern müsste. Um ein authentisches Bild der Realität der Lehrer_innen zu schaffen, dokumentiere ich hier (mit ihrem Einverständnis) einen

Offenen Brief der Volkschullehrerin Eva Schlemmer

Sehr geehrte Frau Minister!

Ich bin Volksschullehrerin im 19. Dienstjahr und verdiene rund 1.700€ monatlich netto.
Selten hatte ich als klassenführende Lehrerin eine Wochenarbeitszeit, die das Ausmaß von 45 Stunden unterschritt. Meistens waren es noch sehr viel mehr Arbeitsstunden, vor allem, wenn ich die enormen Korrekturarbeiten der 4.Klasse zu erledigen hatte.
Wir VS-Lehrerinnen haben die höchste Lehrverpflichtung: 22 Stunden. (Warum das so ist, kann ich nicht nachvollziehen. Vermutlich, weil in unserem Berufsstand fast nur Frauen arbeiten und diese weniger vertreten und geringer bewertet werden.)

"Dornach gibt sein letztes Hemd" - ein Linz09-Projekt

Posted by andrea
4. März 2009 - 21:46

In meiner "Reihe" der Vorstellung von Linz09-Projekten und Linz09-Gegenprojekten möchte ich heute ein Projekt präsentieren, das ich von Anfang an kenne, weil ich Jurymitglied für den "Kulturhauptstadtteil des Monats Dornach-Auhof" war. Unter dem Titel „Interreligiöse und internationale Begegnung mit Kunst - Dornach gibt sein letztes Hemd“ bereiten die Katholische Pfarre Linz-Heiliger Geist, die Evangelische Pfarrgemeinde Linz-Dornach und die Katholische Hochschulgemeinde in Zusammenarbeit mit der Abteilung Textil/Kunst&Design der Kunstuniversität Linz ein vielfältiges kulturelles, spirituelles und künstlerisches Programm vor, zu dem alle Bewohner_innen des Stadtteils als Beteiligte eingeladen werden. Zentral ist dabei neben den Austellungen, dass die Dornacher_innen eingeladen werden zwischen 6. und 9. März ein textiles Lieblingsstück (als Leihstück) abzugeben:

Bringen Sie uns Ihr „letztes Hemd“. Gemeint ist damit Ihr textiles Lieblingsstück – von den eigenen gehäkelten Babyschuhen bis zu einem Lieblingskleidungsstück, mit dem Sie ganz besondere Erinnerungen verbinden. Der Fantasie und vor allem dem „Leben“, das in diesen textilen Objekten steckt, sind keine Grenzen gesetzt.
Bedeutsam ist nicht der materielle, handwerkliche oder künstlerische Wert, sondern nur der emotionale, den Sie mit Ihrem Lieblingsstück verbinden. Es geht in dem Projekt auch darum, Ihre persönliche Verbindung erlebbar zu machen und zu dokumentieren.

Eine Gruppe von Studierenden der Abteilung Textil/Kunst&Design der Kunstuniversität Linz wird dieses Projekt begleiten und mit den hoffentlich zahlreich abgegebenen Schätzen eine Ausstellung vorbereiten. Detailierte Informationen finden sich auf oben verlinkter Projekthomepage.

Ich denke, das ist ein schönes, partizipatives Projekt, das auch das Potential hat, Stadtteilbewohner_innen einzubeziehen in ein Kunstprojekt. Was ich noch immer nicht verstehe (und der jetztige Ankündigungstext hat mir darüber auch keinen Aufschluss gegeben), ist, was an einem Projekt von zwei christlichen Konfessionen "interreligiös" ist - außer die Einladung an alle Stadtteilbewohner_innen. Aber am Titel solls nicht scheitern ;-)

Finanzkrise kurz und bündig

Posted by andrea
4. März 2009 - 1:00

Zwar etwas sehr deutsch, aber sehenswert! Via Innovative Bildungsräume

"Webreligion" - ein interessanter Blog zu Religionswissenschaft und Internet

Posted by andrea
3. März 2009 - 22:47

Das Weblog von Dr. Blume Religionswissenschaft aus Freude lese ich ja schon eine Weile. Über dieses bin ich auf eine neues Weblog aufmerksam geworden, das ich ich hier kurz vorstellen möchte: Webreligion ist auch ein religionswissenschaftlicher Blog und wird von Studierenden betrieben, die gemeinsam ein Proseminar ‘The Internet is the Trailer Park for the Soul’ der religionswissenschaftlichen Institute an den Universitäten Heidelberg und Bremen besuchten. Darum finden sich dort z.B. so interessante Einträge wie "Zur religionswissenschaftliche Relevanz von Videoportalen am Beispiel von Kathtube" oder ein Beitrag zur Rezeptionsgeschichte als methodischer Zugang zum Web 2.0. Reinschauen lohnt sich - wenn sich weitere spannende Beiträge aus diesem Blog in meinem RSS-Feed finden, werde ich berichten. 

Apropos, für meine LeserInnen, die mit Theologie und Religionswissenschaft nicht so vertraut sind: Religionswissenschaft oder auch Religionssoziologie sind Geisteswissenschaften, die eine Außenperspektive einnehmen. Sie arbeiten, wie andere Wissenschaften auch, mit einem "methodischen Agnostizismus" (dass es sowas wie Objektivität nicht gibt, ist wissenschaftstheoretisch sowieso klar, aber das ist eine andere Frage). Theologie geht nicht ohne der Ich-Perspektive. Ich studiere Theologie, weil ich rational verantworten will, was ich als Christin glaube. Selbstverständlich gibt es im Theologiestudium auch viele Inhalte, die auch eine klassische geisteswissenschaftliche Perspektive einnehmen, weil das ganz einfach zur Ausbildung guter Theolog_innen dazugehört. Aber Theologie, die Wissenschaft von Gott, passiert in einer bewussten Perspektive der Parteilichkeit für das, was wir gemeinsam glauben. Und Gott ist kein "Gegenstand unter anderen", sondern vielmehr eine Chiffre dafür, dass der Mensch viel mehr ist als ein "Gegenstand unter anderen".