Kultur

Linz 09 - Was war? Was bleibt?

Posted by andrea
26. November 2009 - 15:00

Am 3. Dezember habe ich das Vergnügen in einer Männerrunde als KUPF-Vertreterin über Linz09 zu diskutieren. Würde mich freuen, wenn ein paar FreundInnen dort auch vorbeischauen würden!

Inhaltlich bin ich ja der Meinung, dass es wenig bringt, über das Gewesene zu lamentieren, sondern dass es, auch gerade angesichts sinkender Kulturbudgets, wichtig ist, in die Zukunft zu blicken und vor allem von den lokalen und regionalen PolitikerInnen, die uns ja bleiben im Gegensatz zu den Linz09-Managern, bessere Rahmenbedingungen einzufordern. Ja, auch nichts Neues.

More of the same? Zum Kulturkapitel der alten-neuen ÖVP-Grünen-Koalition in Oberösterreich

Posted by andrea
23. Oktober 2009 - 21:40

Auch wenn ich mir gerade am Beobachten der Proteste an den Unis erfreue, gibts doch noch ein anderes Thema. In Oberösterreich gibt es wieder ein Arbeitsübereinkommen für die nächsten 6 Jahre zwischen ÖVP und Grünen. Erstmal zum Inhalt, Copy-Paste:

Kultur

Oberösterreichs Stellung als Kulturland in einem Klima der geistigen Offenheit soll weiter
ausgebaut und der Zugang zu Kunst und Kultur für möglichst alle Menschen ermöglicht
werden. Wir bekennen uns ausdrücklich zur besonderen Verantwortung für die Förderung
der zeitgenössischen Kunst, sowohl was das Schaffen heute lebender Künstler und

Ja und amen! Zur ÖVP-Kulturpolitik

Posted by andrea
18. September 2009 - 14:03

Die KUPF - Kulturplattform Oberösterreich macht derzeit im Rahmen der Kampagne Kulturarbeit muss zumutbar sein mobil für bessere Bedingungen für KulturarbeiterInnen. Anlass ist die bevorstehende Landtagswahl. Ich wurde gebeten, in der KUPF-Zeitung 131/09 die Antworten der ÖVP auf den Fragenkatalog der KUPF zu kommentieren. Die Antworten aller Parteien finden sich hier.

Ja und amen!

Ja, ja, und nochmal ja, muss ich da sagen: Ein "breites, offenes Kulturverständnis", "Akzente, um Kunst und Kultur möglichst allen Bevölkerungsgruppen und –schichten in allen Landesteilen und Regionen zu vermitteln", "Gestalten, fördern und Weichen stellen" so heisst es in den Antworten von Landeshauptmann und Kulturreferent Josef Pühringer (ÖVP). Wer würde da nicht ja und vielleicht sogar "amen" sagen?

Hitzerausch beim Höhenrausch

Posted by andrea
20. Juli 2009 - 19:43

Am 17.Juli war ich mit PANGEA beim Höhenrausch. Es war wirklich unglaublich heiß an diesem Tag, aber der Klangweg unterm Regenschirm brachte ein bisschen Abkühlung (siehe Foto). Sogar eine Runde mit dem knallbunten Riesenrad habe ich gedreht, obwohl ich wirklich Höhenangst habe. Dann bin ich aber rausgehüpft und habe mir die Sache lieber von unten angeschaut.

Höhenrausch ist wohl das Linz09-Projekt das am deutlichsten für den Spektakel-Charakter der Kulturhauptstadt steht. Irgendwie erinnert alles an einen hochdesignten Urfahraner Jahrmarkt. Nachdem man_frau den auf den Dächern dann bewältigt hat, bleibt nicht mehr viel Energie für die durchaus beachtenswerten künstlerischen Positionen in den Ausstellungsräumen. Naja, es war auch heiß an dem Tag ...

Fotos vom Culture.Walk gemeinsam mit den jungen MigrantInnen von PANGEA gibts auf Flickr.

Argumentationstraining gegen Stammtischparolen Kunst und Kultur

Posted by andrea
26. Juni 2009 - 19:47

Gerade eben fertiggestellt: Die Dokumentation des Seminars Argumentationstraining gegen Stammtischparolen Kunst und Kultur, welches Mitte Juni für die KUPFakademie stattgefunden hat. Vergnüglich wars und gleichzeitig inhaltlich sehr spannend. Mal schauen, ob sich ein Anschlussprojekt ergibt. Fein wärs - und in "Zeiten wie diesen" bitter notwendig noch dazu.

Ein Preis für "Worst Practices" in der Kulturförderung

Posted by andrea
28. April 2009 - 10:23


Foto: germanium

Die IG Kultur Österreich schreibt, "powered by Killtrolling", einen neuen Preis aus: Best of BuroCRAZY. Eingereicht werden können alle schlechten Erfahrungen mit der Kulturverwaltung in allen Schritten des Förderverfahrens, von der Beratung über die Antragstellung, Bewertung bis zur Abrechnung. Einsendeschluss ist der 29. Mai 2009.

Eine gute Idee! Alle, die in diesem Bereich tätig sind, wissen, dass es immer wieder Vorfälle gibt, die nicht nur etwas mit den handelnden Personen, sondern mit strukturellen Gegebenheiten zu tun haben, die einen "graue Haare und Falten auf der Stirn, einen Magensäureüberschuss oder Tics" verursachen. Die IG Kultur belegt selbst die Notwendigkeit des Öffentlichmachens solcher "Worst Practices" in ihrer jüngst veröffentlichten Studie zur Kulturförderung, verfaßt von Tasos Zembylas und Meena Lang. Auf die Ergebnisse dieser Ausschreibung bin ich schon gespannt!

Geheime nachträgliche Weihnachtsgeschenke

Posted by andrea
16. März 2009 - 13:33


Foto: creativecommons

Zufällig stolpere ich beim weihnachtlichen Websurfen über einen Blogeintrag – und kann es erst gar nicht glauben: Weihnachten und Ostern zugleich für die Freie Szene? Ein radikaler Kurswechsel in der Linzer Kulturpolitik? Die Stadt Linz fördert ab 1.1.2009 Werke, die unter freien Lizenzen lizensiert sind, mit zusätzlichen 10% und will auch vermehrt freie Software in der Verwaltung nutzen. Es gibt eigene Förderrichtlinien dafür und der einzige Wermutstropfen ist, dass KünstlerInnen, die bereits Mitglied einer Verwertungsgesellschaft wie der AKM oder Austro Mechana sind, von dieser Förderung ausgeschlossen sind, was aber auch nicht an der Stadt Linz, sondern an der rückwärtsgerichteten Politik der Verwertungsgesellschaften liegt. Freie Lizenzen wie die Creative Commons bieten Autor_innen die Möglichkeit, der Öffentlichkeit Nutzungsrechte an ihren Werken, wie zum Beispiel Texten, Bildern, Musikstücken usw., einzuräumen – ähnlich wie bei Freier Software, aber eben nicht nur auf Software beschränkt. Für KünstlerInnen und andere Kulturschaffende ist das besonders interessant, weil damit ein freier Umgang mit „kreativen“ Inhalten unterstützt wird – denn Kunst und Kultur entsteht nie im luftleeren Raum, sondern nimmt - oftmals unvermeidlich - Anleihen an schon da Gewesenen*. Ohne eine Statistik bei Hand zu haben, möchte ich zu behaupten, dass diese Fördermöglichkeit besonders für Aktivist_innen aus der Freien Szene von Interesse ist, weil sich hier eine Arbeitsweise der Kultur des Teilens entwickelt hat, die Voraussetzung ist für die Nutzung freie Lizenzen.

Rechte fallen nicht vom Himmel

Posted by andrea
11. März 2009 - 14:44

Die rechtsradikale „Nationale Volkspartei“ (NVP) ruft unter dem Motto „frei-sozial-national: gegen Globalisierung und Kapital“ zu einer Kundgebung in Linz auf - am 1.Mai. Dagegen hat sich eine Plattform aus Kulturorganisationen, politischen Gruppen und Einzelpersonen gebildet, die die Stadt Linz auffordert, dieses öffentliche Auftreten der Rechten zu verhindern. Diese Plattform, an der sich auch die KUPF – Kulturplattform Oberösterreich beteiligt, ist notwendig und leider ist dieses neuerliche massive Auftreten der Rechten auch kein Einzelfall. In Braunau hat die rechte Szene für den 18. April 2009 – zeitnahe zu Hitlers Geburtstag - eine Kundgebung angekündigt. Auch hier gibt es bereits eine Gegenbewegung. Österreichweit kennen wir genug Beispiele, die dafür stehen, dass rechtes Gedankengut wieder salonfähig ist, wieder mehr in die gesellschaftliche Mitte rückt. So können Mitarbeiter des dritten Nationalratspräsidenten „Nazidreck“ bestellen, ein Kärtner Landeshauptmann öffentlich Witze über Menschen anderer Hautfarbe machen und österreichweit blüht der Devotionalienhandel* mit Jörg Haider-Souvernirs – und wirklich passieren tut nichts außer ein paar medialen Aufregern, obwohl eigentlich klar sein müsste, dass Demokratie auch impliziert, sie vor jenen zu schützen, die sie in Frage stellen.

We make Money not Art?* Keramik-Studium in Linz oder Gmunden?

Posted by andrea
1. Februar 2009 - 16:29

In Linz spielt sich derzeit ein Musterbeispiel der Auswirkungen der Kommerzialisierung der Universitäten ab. Die Studienrichtung Keramik der Kunstuniversität Linz soll vom Standort Linz nach Gmunden verlegt werden, weil die Gemeinde Gmunden dafür zahlt, um das eigene Prestige aufzuwerten ("Kompetenzzentrum Keramik"). Auf der Strecke bleiben die Studierenden, die das kulturelle Umfeld der derzeitigen Kulturhauptstadt Linz aufgeben sollen oder pendeln. Sehr kurzfristig haben die Studierenden überhaupt davon erfahren, dass sie ab Wintersemester 2009 im Gmunden weiterstudieren sollen. Dort fehlt eine wissenschaftliche Bibliothek, der Austausch mit anderen Studienrichtungen an der Kunstuniversität würde verunmöglicht. Besonders schwierig wäre das für Studierende mit Kindern und jene Mehrheit der Studierenden, die gezwungen ist, einem Nebenjob nachzugehen. Die Studierende prostieren, sie haben eine eigene Website Bevor(G)mundung eingerichtet, dieses Video bietet einen raschen Überblick über die Situation, auch die Position der Kunstuniversität Linz und des Bürgermeisters vom Gmunden.

Meine Solidarität gilt den Studierenden. Was ist das für ein Kunstbegriff, wenn künstlerische Keramik und Gmundner Keramik in einen Topf geworfen werden? Kunstuniversitäten quo vadis ... Bildung quo vadis ...

Diplomarbeit zu Internet und Web 2.0 in der Kultur als kostenloser Download

Posted by andrea
15. Januar 2009 - 22:05

Karin Janner, die Betreiberin der Kulturmarketing-Blogs stellt ihre Diplomarbeit zum Thema “Das Internet in der Kommunikationspolitik von Kultureinrichtungen - neue Ideen und Best-Practice-Beispiele” als kostenlosen Download zur Verfügung. Die Arbeit entstand am Institut für Kultur-und Medienmanagement der HfMT Hamburg, Karin Janner hat viele Ideen vorab in ihrem Blog vorgestellt und mit der Community diskutiert. Die Arbeit erscheint unter der CC-Lizenz.
Ich habe in die 68 Seiten plus den umfassenden Anhang, in dem ExpertInneninterviews versammelt sind, schon reingeschnuppert und kann diese als wunderbare, praxisbezogene Zusammenfassung zum Thema sehr empfehlen. State of the Art!
Aber beendet ist die Debatte noch lange nicht ....