Feminismus

Zum Animationsfilm „Maria Lassnig Kantate“

Posted by andrea
21. Oktober 2009 - 16:43

Was tue ich als Generation Web 2.0, wenn ich im Uni-Seminar den Auftrag bekommen habe, über den Animationfilm „Maria Lassning Kantate“ ein Essay zu schreiben? Na klar – Nachschauen auf YouTube, ob es diesen Film gibt. Und siehe da, unter http://www.youtube.com/watch?v=4sDSZ9GwnCE kann ich mir den Film anschauen sooft ich will. Und automatisch wurde er auch als mein Facebook-Status gepostet, da ich Facebook und YouTube verkoppelt habe. Mal sehen, was da passiert.

Der männliche Blick in der Kunstgeschichte

Posted by andrea
28. Mai 2009 - 11:40

Zugegeben, das Video "Women in Art" von Philip Scott Johnson (via) ist gut gemacht, eindrucksvoll werden 500 Jahre Kunstgeschichte in 2:52 Minuten präsentiert und ineinander verwoben. Ein bisschen Kunstgeschichte-Wissen und der Blick auf die Liste der Kunstwerke verrät aber, dass hier mit modernen Mitteln der männlich-eindimensionale Blick auf Frauen als Objekte der Kunstproduktion reproduziert wird. Frauen als Produzentinnen von Kunst kommen nicht vor. Darum hat sich mein erster positiver Eindruck ins Gegenteil verkehrt: Nein, das ist nicht meine Kunstgeschichte!

Frauen und Twitter: öffentlich und privat, Quantität und Qualität

Posted by andrea
8. April 2009 - 19:30

Ich schreibe ja hier relativ selten übers Internet. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass zu den neuesten Entwicklungen, insbesondere zum Web 2.0, sowieso schon so viel gesagt wird, was ich nicht wiederholen muss. Vielmehr habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, die interessantesten Fundstücke dazu zu twittern oder bei Del.ico.us zu bookmarken.

Da nun aber anlässlich der deutschsprachigen Twitterumfrage die Debatte um Frauen und Twitter entbrannt ist, kann ich es nicht lassen und muss dazu auch bloggen. Ein signifikantes Ergebnis dieser Umfrage unter 2811 Twitter-Nutzer_innen ist, dass nur etwa ein Viertel davon Frauen sind. Als eine, die sich seit vielen Jahren immer wieder mit Frauen und Technik beschäftigt, ist das für mich bei längerem Überlegen kein wirklich überraschendes Ergebnis, auch wenn meine subjektive Schätzung eine andere gewesen wäre. Das deswegen, weil ich besonders (aber nicht nur) am Web2.0 Kontakt mit anderen Frauen interessiert bin und so auch meine Kontakte entsprechend ausfallen.

Interessant ist, dass die Studie besagt, dass Frauen häufige über "private" Themen twittern und auch öfter ihre Twitter-Account auf "nicht öffentlich" eingestellt haben. Ihdl bemerkt in ihrem Blogkommentar dazu, dass auch 2009 offenbar "Privatheit und Öffentlichkeit zwei Sphären sind, die noch geschlechtsspezifisch geprägt sind". Auf Freshzweinull werden Frauen dann auch gleich als "Geheimnisträger" (!) bezeichnet. Dieser Jargon ist für mich ein Indiz für die Überlegung von Ihdl, dass Frauen offenbar stärker "ihre Privatidentität vor konkreter Gefährdung schützen wollen". Offenbar ist das noch immer notwendig, weil Frauen sobald sie die ihnen traditionell zugewiesenen Sphären überschreiten, sich stärker der Kritik aussetzen. Manche Kommentare in Blogs von Feministinnen oder auch der Kommentarbereich auf diestandard sprechen davon ja Bände.

Zum internationalen Frauentag

Posted by andrea
8. März 2009 - 17:11

Foto: udronotto

Ist Michelle Obama ein Mann?

Posted by andrea
11. Januar 2009 - 14:32

"Ist Michelle Obama ein Mann?" so titelt der Blogeintrag der bekannten feministischen Sprachwissenschaftlerin Luise Pusch. Die deutsche Zeitschrift "Der Spiegel" hat es mit einem Titelblatt mit Barack und Michelle Obama wieder einmals geschafft, die, wie Antje Schrupp in ihrem Blog kommentiert, symbolische männliche Ordnung zu reproduzieren: "Obamas bester Mann" lautet die Überschrift zum baldigen us-amerikanischen Präsidenten und seiner Frau. Luise Pusch schreibt

Uns Frauen wird “männliche Qualität” bescheinigt, wenn wir etwas besonders gut machen - paradoxerweise besonders gern dann, wenn wir etwas besser als die zuständigen Männer machen. Beliebt ist die Floskel vom “einzigen Mann im Kabinett” - dieses fragwürdige Kompliment mußte sich zuletzt Condoleezza Rice gefallen lassen, vor ihr schon Thatcher, Indira Gandhi, Golda Meir und viele andere. Und der Spiegel serviert uns dieses “Kompliment” noch heute, nachdem Männer Wirtschaft und Finanzen gerade weltweit komplett in den Sand gesetzt haben!

Dem ist nichts hinzufügen, außer dass sich Luise Pusch nun auch in meiner Blogroll findet.

Radio SpaceFemFM in memoriam der Linzer Künstlerin und Architektin Gabriele Heidecker

Posted by andrea
19. Dezember 2008 - 0:22

Am Freitag, 19. Dezember 2008 wird von 19:00 - 20:00 Uhr wird die vom Frauenradio SpaceFemFM produzierte Radiosendung in memoriam Gabriele Heidecker erstmals auf Radio FRO ausgestraht. Wiederholt wird diese Sendung am Samstag, 20.Dezember 2008 von 11:00 - 12:00 Uhr.
Aus der Sendungsbeschreibung:

Gabriele Heidecker wurde 1961 in Linz geboren. Sie ist Mutter von 3 Töchtern - Magdalena, Luise und Lilith.
13 Jahre arbeitete sie als Vermessungstechnikerin, studierte dann - in den 90er Jahren - an der Kunstuniversität Linz Architektur. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stand der Raum – im besonderen der öffentlich Raum – als kulturelle Konfiguration sozialer Beziehungen.
Schwerpunkte waren Beratung, Konzeption und Vermittlung bezüglich Architektur und öffentlichem Raum. Gabriele Heidecker realisierte zahlreiche Projekte von public arts und Kuratorinnentätigkeit bis hin zu Bauvorhaben, Architekturkonzepten und –vermittlung.
Ihr Lebensweg war gekennzeichnet durch stetiges Engagement für kultur- und frauenpolitische Themen. Sie war eingebettet in vielen Arbeitsgemeinschaften zb: 1999 – 2004 Arbeitsgemeinschaft mit Veronika Müller unter dem Titel room²move.
2003 Gründungsmitglied der Architekturreisegruppe 4fff - vier-frauen-fahren-fort mit Veronika Müller, Edith Karl und Uli Matscheko-Altmüller.
seit 2004 Arbeitsgemeinschaft mit der Schauspielerin und Regisseurin Beate Göbel.
ab 2003 Vorsitzende des Vereins FIFTITU% - Vernetzungsstelle für Frauen in Kunst und Kultur in Oberösterreich.
und und und ....
Gabriele Heidecker verstarb im April 2008 mit 47 Jahren.

Die Sendungsgestalterinnen Michaela Schoissengeier und Helga Schager haben zahlreiche Wegbegleiterinnen von Gabriele interviewt. Ich denke, dass das, genauso wie der unlängst an Gabriele posthum verliehene Kunstwürdigungspreis der Stadt Linz, ein schönes Zeichen ist. Danke, Michi und Helga!

Alle, die zum genannten Zeitpunkt keine Zeit zum Radiohören haben, können die Sendung auf der CBA bei Radio FRO downloaden.

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen: Dringender Handlungsbedarf im Kongo

Posted by andrea
24. November 2008 - 23:32

Am 25. November ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. diestandard hat dem Thema ein umfangreiches, informatives Special gewidmet.
Ein Thema möchte ich - gespickt mit vielen Links - herausgreifen, weil es mich besonders betroffen macht. Im Kongo wird laut vielfachen Berichten von Hilfsorganisationen (CARE, Ärzte ohne Grenzen, Caritas, ...) und auch Amnesty International Vergewaltigung systematisch als Mittel der Kriegsführung eingesetzt. Das ist leider nichts Neues, Vergewaltigung ist eine sachlogische Begleiterscheinung von Krieg. Der UN-Sicherheitsrat stuft seit Juni 2008 Gewalt gegen Frauen als "Kriegstaktik" ein. Seit dem Krieg in Jugoslawien wurde Vergewaltung im Krieg immer mehr zum öffentlichen Thema - gerade auch dank Medica Mondiale, deren Gründerin Monika Hauser jüngst den alternativen Nobelpreis erhalten hat.
Am Beispiel Kongo wird für mich deutlich, dass Hilfsprojekte sehr wichtig sind, es ein mehr an konkreter Unterstützung braucht - aber das alleine ist zuwenig. Dieser schon Jahre anhaltende Konflikt hat seine Ursachen in den wirtschaftlichen Interessen der kapitalistischen Zentren in der Region. Da ist ein gutes Geschäft zu machen, von der Ausbeutung der Rohstoffe (dazu z.B. die Klage des Treibacher Konzerns gegen Gerald Oberansmayr von der Werkstatt Frieden und Solidarität) bis zum Rüstungsexport. So funktioniert die kapitalistische Logik eben. Wenn wir ein Ende der "Kriegstaktik" Vergewaltigung wollen, müssen wir auch ein Ende des Krieges, ein Ende der kapitalistischen Ausbeutung weiter Regionen dieser Welt fordern!

Live Stream zur Veranstaltung "freiheit und prekarität"

Posted by andrea
20. November 2008 - 14:44

Heute habe ich erfahren, dass die Veranstaltung "freiheit und prekarität", die ich schon in diesem Blogeintrag angekündigt habe, auch gestreamt wird.
Alle, die nicht LIVE dabei sein können haben die Möglichkeit die öffentlichen Teile des Vernetzungstags und Symposiums für kulturschaffende Frauen via LIVE - Stream mitzuverfolgen: http://www.fro.at:8008/prek

Öffentliche Teile (ohne Diskussionen!):
Freitag, 21. November 2008 - Bundesvernetzung von Frauen in Kunst und Kultur http://www.frauenkultur.at/

~ 10.00 Uhr Begrüßung und Eröffnung

Studie zur sozialen Lage der KünstlerInnen endlich offiziell veröffentlicht

Posted by andrea
19. November 2008 - 17:42

Studie BMUKK 2Die IG Bildende Kunst informiert, dass die bislang nur inoffiziell bekannte Studie des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur zur sozialen Lage der KünstlerInnen in Österreich nun auch offiziell präsentiert wurde. Sie kann im Web als Kurz- und Langfassung heruntergeladen werden. Vor den Neuwahlen hatte die Regierung wenig Interesse, diese unerfreulichen Fakten zu publizieren.

Mit Gott wird frau nie fertig - Zu Ina Praetorius, Gott dazwischen

Posted by andrea
12. November 2008 - 0:45

Bei bzw-weiterdenken hat Dorothee Markert mit dem Titel Fruchtbarer Kompost für das gute Leben aller schon eine hervorragende Rezension dieses Buches geschrieben. Ich möchte aber auch hier dieses Buch explizit empfehlen, es ist ja auch nicht das erste das ich von dieser feministischen Theologin gelesen habe. Ihr Aufruf zwischen Denken in Herrschaftszeit und Denken in fragmentierter Zeit zu unterscheiden ist mir sehr wichtig geworden.
In "Gott dazwischen" knüpft Ina Praetorius an die theologische Tradition an, es gelingt ihr aber diese postpatriarchal neu zu denken. Die Autorin schafft es in gut lesbarer Sprache, in narrativem Stil auf den Punkt zu bringen, worum es in heutiger Theologie gehen sollte: In Erinnerung an unsere Bedingtheit und Bezogenheit aktiv für das gute Leben aller tätig sein. Das Buch folgt in der Einteilung dem Kirchenjahr, dass aber in ganz und gar nicht traditioneller Weise. So steht z.B. zu Ostern der Karsamstag im Mittelpunkt der Überlegungen.
Nur ein Zitat, Seite 74: "Die Frage nach dem Sinn des Ganzen wieder als öffentliche zuzulassen, könnte auch meinen, dass Menschen sich der Götzen bewusst werden, die sie insgeheim anbeten. Und dass sie sich gemeinsam der Anstrengung einer „kooperative(n) Übersetzung religiöser Gehalte“ in eine postsäkulare Sprache unterziehen – diesseits des vermeintlichen Gegensatzes von privaten Sinnfragen und öffentlichen Ethikdebatten".
Für alle, die sich für feministische Theologie interessieren ein Muss! Aber ich meine, dass sich das Buch auch für Menschen, die sonst nicht viel mit Theologie zu tun haben, gut für einen Einstieg in eine phaszinierende Debatte eignet.