Oberösterreich

More of the same? Zum Kulturkapitel der alten-neuen ÖVP-Grünen-Koalition in Oberösterreich

Posted by andrea
23. Oktober 2009 - 21:40

Auch wenn ich mir gerade am Beobachten der Proteste an den Unis erfreue, gibts doch noch ein anderes Thema. In Oberösterreich gibt es wieder ein Arbeitsübereinkommen für die nächsten 6 Jahre zwischen ÖVP und Grünen. Erstmal zum Inhalt, Copy-Paste:

Kultur

Oberösterreichs Stellung als Kulturland in einem Klima der geistigen Offenheit soll weiter
ausgebaut und der Zugang zu Kunst und Kultur für möglichst alle Menschen ermöglicht
werden. Wir bekennen uns ausdrücklich zur besonderen Verantwortung für die Förderung
der zeitgenössischen Kunst, sowohl was das Schaffen heute lebender Künstler und

Keine Steuergelder für rassistische Hetze!

Posted by andrea
5. April 2009 - 11:23

Der Ring freiheitlicher Jugend (RFJ) hat einen Aufkleber gestaltet, der eine Zigarettenschachtel und die Aufschrift "Gemischte Sorte - Zuwanderung kann tödlich sein" zeigt. Das ist Rassismus der üblsten Sorte - und war Anlass dafür, dass der Chefdirigent des Linzer Bruckner Orchesters, Dennis Russell Davies, Anzeige gegen den RFJ erstattet hat. Seit Samstag gibt es eine Emailkampagne des Bündnis gegen den Rechtsruck an den oberösterreichischen Landeshauptmann Pühringer. Denn der RFJ erhält 20.000 Euro Förderung von Land Oberösterreich. Die Aktivitäten des RFJ Oberösterreich sind eindeutig rassistisch hetzerisch, menschverachtend und demokratiefeindlich - darum ist diese Förderung umgehend einzustellen und bereits erhaltene Gelder sind zurückzufordern. Ich habe mich an der Email-Kampagne bereits beteilt - sie ist nur ein paar Klicks weit entfernt.

Andreas Fürlinger nimmt diese üble Kampagne des RFJ zum Anlass über Anderssein nachzudenken. Da hier in Oberöstereich ein grausamer, rassistischer Wahlkampf beginnt (Die Linzer FPÖ plakatiert gerade "Unser Linz für unsere Leut'"), dringend notwendig, genauso wie die Aktivitäten gegen den Naziaufmarsch am 1. Mai in Linz und der Lichterzug gegen Rechts am Tag davor.

Rechte fallen nicht vom Himmel

Posted by andrea
11. März 2009 - 14:44

Die rechtsradikale „Nationale Volkspartei“ (NVP) ruft unter dem Motto „frei-sozial-national: gegen Globalisierung und Kapital“ zu einer Kundgebung in Linz auf - am 1.Mai. Dagegen hat sich eine Plattform aus Kulturorganisationen, politischen Gruppen und Einzelpersonen gebildet, die die Stadt Linz auffordert, dieses öffentliche Auftreten der Rechten zu verhindern. Diese Plattform, an der sich auch die KUPF – Kulturplattform Oberösterreich beteiligt, ist notwendig und leider ist dieses neuerliche massive Auftreten der Rechten auch kein Einzelfall. In Braunau hat die rechte Szene für den 18. April 2009 – zeitnahe zu Hitlers Geburtstag - eine Kundgebung angekündigt. Auch hier gibt es bereits eine Gegenbewegung. Österreichweit kennen wir genug Beispiele, die dafür stehen, dass rechtes Gedankengut wieder salonfähig ist, wieder mehr in die gesellschaftliche Mitte rückt. So können Mitarbeiter des dritten Nationalratspräsidenten „Nazidreck“ bestellen, ein Kärtner Landeshauptmann öffentlich Witze über Menschen anderer Hautfarbe machen und österreichweit blüht der Devotionalienhandel* mit Jörg Haider-Souvernirs – und wirklich passieren tut nichts außer ein paar medialen Aufregern, obwohl eigentlich klar sein müsste, dass Demokratie auch impliziert, sie vor jenen zu schützen, die sie in Frage stellen.

Zeichen und Wunder

Posted by andrea
15. Februar 2009 - 21:18

Wunder beeindrucken und irritieren schreibt Monika Heilmann in ihren sehr lesenwerten Sinnspuren zum heutigen Sonntagsevangelium. Ein bisschen denke ich schon, dass heute ein "Wunder" passiert ist, zumindest ich hätte nicht damit gerechnet. Das "Wunder" steht auf der Website der Diözese Linz gleich im nächsten Beitrag: Pfarrer Gerhard Maria Wagner hat seinen Rückzug als Weihbischof von Linz erklärt. Wie viele war ich sehr betroffen von der aktuellen kirchenpolitischen Situation. Ich freue mich und denke, dass Protest offenbar in der katholischen Kirche auch etwas nutzt, ist ein Zeichen für mehr.

Wo soll ich bloss anfangen?

Posted by andrea
12. Februar 2009 - 14:01

Wie viele bin ich zutiefst betroffen und besorgt über die jüngsten Ereignisse in der katholischen Kirche, die - nach einer langen Pause, wo ich damit nichts anfangen konnte - in den letzten Jahren meine Kirche geworden ist. Ich frage mich, wo ich anfangen soll ... Bei Papst Benedikt und seinen Pius-Brüdern im Geiste, wie es Publik Forum so treffend formuliert? Beim bedrohlichen Gottesbild des designierten Hilfsbischofs von Linz, Dr. Gerhard Wagner? Bei seinem Ausschluss von Minstrantinnen aus dem Altarraum? Bei seinen homophoben Äußerungen, die nicht mal mehr auf dem Boden der aktuellen katholischen Lehre stehen und krankmachen und dann auch noch von anderen Bischöfen unterstützt werden? Beim autoritären Verständnis der Kirche? Beim überzogenen Klerikalismus, der zwischen den Zeilen insinnuiert, dass Priester doch besser sind als andere? Bei den beginnenden Kirchenaustritten, von deren Anstieg mir auch ein Studienkollege berichtet hat, der derzeit Praktikum in der Kirchenbeitragsstelle macht? Bei der fehlenden Demokratie in der Kirche, die vielleicht eigentliche Ursache für alle diese Fragen ist, denn die breite Mehrheit der Katholik_innen in Oberösterreich stellt sich wohl die gleichen Fragen wie ich?

Eigentlich fällt mir nur ein "Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpf hat schon verloren" - aber wo bloss anfangen? Es ist jedenfalls Zeit, etwas zu tun und die breit getragene Stellungnahme der Dechantenkonferenz der Diözese Linz vom 10.2.2009 ist jedenfalls ein Hoffnungszeichen:

Als Dechanten in unserer Diözese Linz nehmen wir wahr, dass viele Christinnen und Christen der Ernennung von Dr. Gerhard Wagner zum Weihbischof zustimmen, dass aber auch sehr viele empört, enttäuscht und verletzt sind. Im intensiven Gespräch der Dechanten stellte sich klar die fehlende Akzeptanz von Dr. Gerhard Wagner für das Bischofsamt heraus. Daher können wir aus Sorge um die Glaubwürdigkeit der Kirche und der Einheit unserer Diözese die Zustimmung zur Weihe von Dr. Gerhard Wagner nicht geben.

Radio SpaceFemFM in memoriam der Linzer Künstlerin und Architektin Gabriele Heidecker

Posted by andrea
19. Dezember 2008 - 0:22

Am Freitag, 19. Dezember 2008 wird von 19:00 - 20:00 Uhr wird die vom Frauenradio SpaceFemFM produzierte Radiosendung in memoriam Gabriele Heidecker erstmals auf Radio FRO ausgestraht. Wiederholt wird diese Sendung am Samstag, 20.Dezember 2008 von 11:00 - 12:00 Uhr.
Aus der Sendungsbeschreibung:

Gabriele Heidecker wurde 1961 in Linz geboren. Sie ist Mutter von 3 Töchtern - Magdalena, Luise und Lilith.
13 Jahre arbeitete sie als Vermessungstechnikerin, studierte dann - in den 90er Jahren - an der Kunstuniversität Linz Architektur. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stand der Raum – im besonderen der öffentlich Raum – als kulturelle Konfiguration sozialer Beziehungen.
Schwerpunkte waren Beratung, Konzeption und Vermittlung bezüglich Architektur und öffentlichem Raum. Gabriele Heidecker realisierte zahlreiche Projekte von public arts und Kuratorinnentätigkeit bis hin zu Bauvorhaben, Architekturkonzepten und –vermittlung.
Ihr Lebensweg war gekennzeichnet durch stetiges Engagement für kultur- und frauenpolitische Themen. Sie war eingebettet in vielen Arbeitsgemeinschaften zb: 1999 – 2004 Arbeitsgemeinschaft mit Veronika Müller unter dem Titel room²move.
2003 Gründungsmitglied der Architekturreisegruppe 4fff - vier-frauen-fahren-fort mit Veronika Müller, Edith Karl und Uli Matscheko-Altmüller.
seit 2004 Arbeitsgemeinschaft mit der Schauspielerin und Regisseurin Beate Göbel.
ab 2003 Vorsitzende des Vereins FIFTITU% - Vernetzungsstelle für Frauen in Kunst und Kultur in Oberösterreich.
und und und ....
Gabriele Heidecker verstarb im April 2008 mit 47 Jahren.

Die Sendungsgestalterinnen Michaela Schoissengeier und Helga Schager haben zahlreiche Wegbegleiterinnen von Gabriele interviewt. Ich denke, dass das, genauso wie der unlängst an Gabriele posthum verliehene Kunstwürdigungspreis der Stadt Linz, ein schönes Zeichen ist. Danke, Michi und Helga!

Alle, die zum genannten Zeitpunkt keine Zeit zum Radiohören haben, können die Sendung auf der CBA bei Radio FRO downloaden.

NEEDful things für KulturarbeiterInnen und KünstlerInnen

Posted by andrea
10. Dezember 2008 - 15:32

NEEDful things

KUPFakademie, FIFTITU% - Vernetzungsstelle für Frauen in Kunst und Kultur OÖ und das Forum der AbsolventInnen der Kunstuniversität Linz starten 2009 mit dem Weiterbildungsprojekt NEEDful things ein vielfältiges Angebot für KünstlerInnen und KulturarbeiterInnen. Ziel ist neben praktischen Informationen auch Raum für die Reflexion der eigenen Arbeitsrealität im Kulturbereich zu schaffen. Im Frühjahr gibt es 5 Informationsabende und 3 Seminare. Das Projekt wird im Herbst fortgesetzt.

Ich bin eine der Mitinitiatorinnen dieses Projekts und werde einen der Infoabende mit dem Titel "Prekäres Arbeiten - Ein Blick auf Ressourcen" gestalten und das Seminar "Geschlechterrollen im Kulturverein - Frauen und Männer in der Alltagspraxis initiativer Kulturarbeit" leiten. Ich freue mich schon auf viele interessierte TeilnehmerInnen und hoffe, dass dieses Projekt ein produktiver Beitrag gegen Prekarisierung im Kulturbereich ist. Das das nötig ist, zeigt ja u.a. die unlängst veröffentlichte Studie des BMUKK zur sozialen Lage der KünstlerInnen.

10 Jahre FIFTITU% Party - Fordern, umsetzen und feiern!

Posted by andrea
7. November 2008 - 16:30


Foto: Ralph Aichinger

Gestern war ich auf der 10 Jahres Feier von FIFTITU% - Vernetzungsstelle für Frauen in Kunst und Kultur. Eine fulminante Party, viele liebe Leute, spannende Gepräche (auch übers Bloggen und Twittern ;-).
Obenstehendes Fotos zeigt das Geschenk, das Netzwerkerinnen, die FIFTITU% in den letzten 10 Jahren begleitet haben, bekommen haben: Ein Faden zum weiterem Fädenspinnen inklusive einer Anleitung für Fadenspiele handgezeichnet in limitierter Auflage von Iris Aue. Iris habe ich gewünscht, dass ich damit mal richtig reich werde, weil ich eines dieser Exemplare bekommen habe. Aber eigentlich möchte ich es nicht weiterverkaufen, sondern mich in vielen Jahren auch noch beim Anblick dieses netten Geschenkes an diesen schönen Abend und meine Geschichte mit FIFTITU% zurückerinnern.
Besonders freut mich, dass ich diesen Abend auch als Feier fürs Queeren von FIFTITU% wahrgenommen habe. Darüber ist ja in der 10 Jahres Publikation (sehr zu empfehlen!) viel nachzulesen, mein Eindruck war, dass da nun eine weiterentwickelte Praxis auch deutlich öffentlich artikuliert wird. Das ist eine feine Sache und lässt auf noch viel Spannendes von FIFTITU% hoffen.

FIFTITU% feiert 10 Jahre: Happy Birthday!

Posted by andrea
22. Oktober 2008 - 17:34

Wie unschwer aus den letzten beiden Blogposts (FIFTITU%: Im Zentrum steht feministische Kulturpolitik und To Do) schlußzufolgern ist, feiert FIFTITU% - Vernetzungsstelle für Frauen in Kunst und Kultur Oberösterreich das 10-jährige Bestehen. Neben einer wirklich tollen Publikation, die sicherlich auch noch übers Jubiläumsjahr hinaus inhaltliche Relevanz haben wird, gibt es zu diesem Anlass selbstverständlich auch ein Fest - und zwar am Donnerstag, 6. November 2008, ab 19.00 Uhr im FIFTITU%-Büro in der Harrachstraße 28 in Linz.

FIFTITU%: Im Zentrum steht feministische Kulturpolitik

Posted by andrea
22. Oktober 2008 - 16:12

Beitrag in der Publikation 10 Jahre FIFTITU% (November 2008)

Kulturpolitik ist identitätsbildend für FIFTITU% - denn Vernetzung, Beratung und Information würden sich ad absurdum führen, stünden nicht strukturelle Veränderungen im Zentrum der Arbeit. Der Zielhorizont ist die Symmetrie der Geschlechter – im Kulturbereich und in der gesamten Gesellschaft. Dieser Artikel geht der Frage nach, was mittels der kulturpolitischen
Forderungskataloge von FIFITITU% in 10 Jahren erreicht wurde.

FIFTITU% fordert ...